DOKU 1: Schlegel-Brauerei

Die Geschichte der Schlegel-Brauerei ist nicht nur die Geschichte einer der ältesten Brauereien Bochums, sondern auch ein Stück Bochumer Architekturgeschichte – auch wenn heute nur noch wenige (überirdische) Gebäude der Schlegel-Brauerei erhalten sind.

Gegründet wurde die Brauerei 1854 durch den fränkischen Braumeister Johann Joachim Schlegel (1821-1880). Er war 1850 als Braumeister des Grafen von der Recke-Volmarstein auf Haus-Overdyk nach Bochum gekommen.

1899 wurde die Brauerei zur Aktiengesellschaft und nur ein Jahr später war Schlegel der zweitgrößte Bierproduzent in Bochum. 1918 fusionierte die Schlegel AG zur Schlegel-Scharpenseel AG. Der Gebäudekomplex der Brauerei umfasste eine Mälzerei mit Darregebäuden, Sudhaus, Kühlschiffhaus, Eismaschinengebäude, Wasserturm, Kesselhaus und Kellereien.

1927 wurde Schlegelturm errichtet und 1930 das Verwaltungsgebäude (heutiges Schlegel-Haus) fertig gestellt. Beide Bauten wurden vom Bochumer Architekten Schmiedeknecht entworfen.

Durch die Übernahme zahlreicher lokaler Brauereien stieg die Schlegel-Brauerei 1956 zum achtgrößten Bierproduzenten in Deutschland heran.

1971 wurde die Traditionsbrauerei selbst Opfer der Fusionen auf dem Biermarkt und wurde durch die Dortmunder Union-Schultheiss Brauerei AG übernommen.1980 wurde der Bochumer Standort geschlossen. Im Zuge baulicher Umstrukturierungen in der Bochumer Innenstadt wurden zahlreiche Gebäude der Schlegel-Brauerei abgerissen. Heute sind nur noch das ehemalige Sudhaus, das Silo und das ehemalige Verwaltungsgebäude erhalten.

1998 erwarb die LOGOS-Gruppe das Schlegel-Haus, das heute als Bürogebäude verschiedener Unternehmen dient. Seit 2015 ist die internationale Fotografieausstellung urbEXPO einmal im Jahr zu Gast in den Gebäuden der ehemaligen Schlegel-Brauerei. 2015 in den Räumen der ehemaligen Generaldirektion und 2016 in der ehemaligen Großküche der Schlegel-Brauerei, die durch diese Veranstaltung erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich wurde.

 

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