Steve Naghavi

Bereits im Vorfeld wurde ich hellhörig, dass Steve Naghavi – Gründungsmitglied und Frontmann von And One – nach Bochum kommt. Ich konnte mich dunkel an das And One-Konzert 1993 oder 1994 in der Live-Station am Dortmunder Hauptbahnhof erinnern: Wenig Licht, viel Nebel – und das Hauptproblem der Tontechniker bestand darin, im Vorfeld genügend Blindstecker für das Mischpult zu besorgen, da die Musik komplett vom DAT kam.

Das Solo-Konzert von Steve Naghavi in der Matrix – dorthin war das Konzert, das ursprünglich in der Christuskirche  Bochum stattfinden sollte, kurzfristig verlegt worden – war ein absolutes Kontrastprogramm zum And One-Konzert in grauer Vorzeit: Die Röhre der Matrix war wie alle Konzerte der aktuellen Tour komplett bestuhlt. Der Sound war gut und man konnte sogar die Texte verstehen, was in den 1990er Jahren nicht der Fall war. Es gab keinen Fotograben und die Bühne wirkte mit Stehlampen und einem undefinierbaren Bäumchen wie ein Wohnzimmer und  nicht wie eine Konzertbühne.

Steve Naghavi saß die meiste Zeit auf seinem Barhocker und erzählte zwischen den einzelnen Stücken viel über die Inhalte und Geschichten der Songs. Die Stimmung erinnerte mich ein wenig an das Akustik-Konzert von Peter Heppner (Ex-Wolfsheim) in der Christuskirche Bochum. Dieser Verdacht bestätigte sich als Steve Naghavi am Ende des ersten Sets Kein Zurück coverte.

Nach einer 20-minütigen Pause folgte das zweite Set mit überwiegend Stüaus den Alben IST und SPOT. Auffällig waren eine Coverversion von Depeche Modes Sometimes und eine bemerkenswerte Version des And One Klassikers Deutschmaschine, wesentlich ruhiger als das Original, fast unplugged.

Alles in allem ein lohnenswertes Konzert und ein schöner Abend.

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